0391 56 307 772 - info@schubert-kollegen.eu

Corona:

Wie Sie Soforthilfe beantragen

Schubert & Kollegen
Sehr geehrte Damen und Herren, 
wir sind für Sie da!
Während das öffentliche Leben auch in Deutschland weiter heruntergefahren wird, nehmen die Auswirkungen auf die Wirtschaft durch die Verbreitung des Virus rasant zu. Niemand kann derzeit abschätzen, wie lange es dauert, bis sich die Situation normalisieren wird.Wir erleben gerade sehr herausfordernde Zeiten.Nachstehend möchten wir Ihnen erste Informationen über die möglichen Maßnahmen durch die Auswirkungen des Corona-Virus geben:Dafür bedienen wir uns u.a. aktuellen Informationen des BDS (Bund der Selbständigen / Deutscher Gewerbeverband Landesverband Sachsen – Anhalt e.V..
1. Soforthilfen der Bundesregierung
Die Bundesregierung hat am Montag, 23.03.2020 Soforthilfen für kleine Unternehmen angekündigt. Dem Gesetz muss noch vom Bundestag sowie den Bundesrat zugestimmt werden. Dies soll im Laufe der Woche geschehen. Ausgeführt wird das Soforthilfeprogramm in Abstimmung mit den Bundesländern. Ein Antrag kann aktuell noch nicht gestellt werden, dies wird voraussichtlich Ende der Woche oder zum Beginn der nächsten Woche möglich sein. Bei den Soforthilfen handelt es sich um einen Zuschuss zur Sicherung der wirtschaftlichen Existenz der Antragsteller und zur Überbrückung von akuten Liquiditätsengpässen, unter anderem durch laufende Betriebskosten wie Mieten, Kredite für Betriebsräume, Leasingraten u.ä (auch komplementär zu den Länderprogrammen).
Selbständige erhalten: 
•         bis 9000 € Einmalzahlung für 3 Monate bei bis zu 5 Beschäftigten
•         bis 15.000 € Einmalzahlung für 3 Monate bei bis zu 10 Beschäftigten Als Beschäftigte werden die sogenannten Vollzeitäquivalente gerechnet. Ein Vollzeitäquivalent ist eine Stelle mit 40 Stunden Wochenarbeitszeit. Wenn Sie also beispielsweise zwei Mitarbeitenden mit jeweils 20 Stunden Wochenarbeitszeit beschäftigen, gilt dies zusammengenommen als ein Vollzeitäquivalent. Die Voraussetzung wirtschaftliche Schwierigkeiten in Folge von Corona. Das Unternehmen darf vor März 2020 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten gewesen sein. Der Schadenseintritt muss nach dem 11. März 2020 liegen.
2. Grundsicherung für Selbständige
Außerdem hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales angekündigt den Zugang zur Grundsicherung für Selbständige zu erleichtern:Im Einzelnen sind für Bewilligungszeiträume vom 1. März 2020 bis 30. Juni 2020 vorgesehen: 
• eine befristete Aussetzung der Berücksichtigung von Vermögen,
• eine befristete Anerkennung der tatsächlichen Aufwendungen für Unterkunft und Heizung als angemessen und
• Erleichterungen bei der Berücksichtigung von Einkommen in Fällen einer vorläufigen  Entscheidung.
Für die Beantragung nehmen Sie mit dem zuständigen Jobcenter Kontakt auf. 
3. Kurzarbeitergeld
Falls Sie in Ihrem Betrieb Kurzarbeit anordnen müssen, hilft Ihnen das Kurzarbeitergeld die daraus folgenden Entgeltausfälle in Teilen auszugleichen. Kurzarbeit können Sie beantragen wenn mindestens 10 Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als 10 Prozent haben. Die Bundesagentur für Arbeit hat die Antworten zu häufig gestellten Fragen zum Kurzarbeitergeld veröffentlicht:
https://www.arbeitsagentur.de/news/corona-virus-informationen-fuer-unternehmen-zum-kurzarbeitergeld
Das Wichtigste: die Kurzarbeit bei der Bundesagentur für Arbeit anzeigen. Die Frist um die Kurzarbeit für den Monat März anzuzeigen ist der 31.03.2020. Sie können die Kurzarbeit auch dann anzeigen, wenn Sie noch nicht genau abschätzen können, ob und wie Sie Kurzarbeit anordnen müssen.
Die Abrechnung im Lohn erfolgt erst im Nachgang und auf der Grundlage der dann tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden. Dazu informieren Sie uns bitte rechtzeitig und reichen uns den Bescheid für Kurzarbeitergeld ein, damit wir das Kurzarbeitergeld in korrekter Höhe im Lohn bei Ihren Arbeitnehmern berücksichtigen können.
Dokumente:
Antrag auf Kurzarbeitergeld: 
https://www.arbeitsagentur.de/datei/antrag-kug107_ba015344.pdf
Hinweise zur Beantragung von Kurzarbeitergeld: 
https://www.arbeitsagentur.de/datei/hinweise-kurzarbeitergeld_ba014273.pdf
Ausführliches Merkblatt zum Kurzarbeitergeld:
https://www.arbeitsagentur.de/datei/merkblatt-8a-kurzarbeitergeld_ba015385.pdf
Das Kurzarbeitergeld können Sie, nach Anmeldung, online beantragen:
https://anmeldung.arbeitsagentur.de/portal/faces/start?_adf.ctrl-state=14b6b3ee4a_4&_afrLoop=17113585404396853 
Die zuständige Bundesagentur für Arbeit können Sie hier finden: https://con.arbeitsagentur.de/prod/apok/metasuche/suche/dienststellen 
Selbständige und Freiberufler können für sich selbst kein Kurzarbeitergeld beantragen.
4. KfW-Kredite
Die KfW hat ihre Förderbedingungen für Kredite an von Corona betroffene Unternehmen deutlich verbessert. Das Angebot richtet sich an Unternehmen, Selbstständige oder Freiberufler, die durch die Corona-Krise in finanzielle Schieflage geraten sind und einen Kredit benötigen. Diese Kredite können seit gestern (23. März 2020) beantragt werden. 
Die Förderung geschieht mittels einer Übernahme eines Teils des Risikos der kreditgebenden Bank oder Sparkasse durch die KfW. Dadurch steigt die Chance, eine Kreditzusage zu erhalten. Die Konditionen der KfW dazu sehen wie folgt aus: 
•         Für große Unternehmen werden bis zu 80 Prozent des Risikos übernommen.
•         Für kleine und mittlere Unternehmen geht die Risikoübernahme bis zu 90 Prozent.
Je Unternehmensgruppe kann bis zu eine Milliarde Euro beantragt werden. Der Kredithöchstbetrag ist begrenzt auf 25 Prozent des Jahresumsatzes 2019 oder das doppelte der Lohnkosten von 2019 oder den aktuellen Finanzierungsbedarf für die nächsten 18 Monate bei kleinen und mittleren Unternehmen. 
•         Wenn Sie länger als fünf Jahre am Markt sind: KfW-Unternehmerkredit
•         Wenn Sie kürzer als fünf Jahre am Markt sind: ERP-Gründerkredit – universell
5. Steuerliche Maßnahmen zur Berücksichtigung der Auswirkungen des Coronavirus 
Das Bundesministerium für Finanzen hat ein Rundschreiben an die obersten Finanzbehörden der Länder gesendet. In dem Schreiben macht das Finanzministerium klar, welche Möglichkeiten, vom Coronavirus betroffene, Unternehmen im Hinblick auf Stundungs- und Vollstreckungsmaßnahmen sowie bei der Anpassung von Vorauszahlungen für Steuern haben. 
1. Die nachweislich unmittelbar und nicht unerheblich betroffenen Steuerpflichtigen können bis zum 31. Dezember 2020 unter Darlegung ihrer Verhältnisse Anträge auf Stundung der bis zu diesem Zeitpunkt bereits fälligen oder fällig werdenden Steuern, die von den Landesfinanzbehörden im Auftrag des Bundes verwaltet werden, sowie Anträge auf Anpassung der Vorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer stellen. Diese Anträge sind nicht deshalb abzulehnen, weil die Steuerpflichtigen die entstandenen Schäden wertmäßig nicht im Einzelnen nachweisen können. Bei der Nachprüfung der Voraussetzungen für Stundungen sind keine strengen Anforderungen zu stellen. Auf die Erhebung von Stundungszinsen kann in der Regel verzichtet werden. § 222 Satz 3 und 4 AO bleibt unberührt.
2. Anträge auf Stundung der nach dem 31. Dezember 2020 fälligen Steuern sowie Anträge auf Anpassung der Vorauszahlungen, die nur Zeiträume nach dem 31. Dezember 2020 betreffen, sind besonders zu begründen.
3. Wird dem Finanzamt aufgrund Mitteilung des Vollstreckungsschuldners oder auf andere Weise bekannt, dass der Vollstreckungsschuldner unmittelbar und nicht unerheblich betroffen ist, soll bis zum 31. Dezember 2020 von Vollstreckungsmaßnahmen bei allen rückständigen oder bis zu diesem Zeitpunkt fällig werdenden Steuern im Sinne der Tz. 1 abgesehen werden. In den betreffenden Fällen sind die im Zeitraum ab dem Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Schreibens bis zum 31. Dezember 2020 verwirkten Säumniszuschläge für diese Steuern zum 31. Dezember 2020 zu erlassen. Die Finanzämter können den Erlass durch Allgemeinverfügung (§ 118 Satz 2 AO) regeln. 
4. Kommunale Steuern
Viele Gemeinden haben bereits angekündigt, dass sie Stundungen für ausstehende Steuerzahlungen anbieten werden.
Bitte kontaktieren Sie uns, damit wir die entsprechenden Maßnahmen mit Ihnen abstimmen und die entsprechenden Anträge stellen können.
Das Land Sachsen-Anhalt bietet u.a. folgende Möglichkeiten:
Die Landesregierung Sachsen-Anhalt hat ein Soforthilfeprogramm zur Unterstützung der Kunst- und Kulturszene eingerichtet, das sich an in existenzielle Notlage geratene Künstlerinnen und Künstler richtet. 
•         Antragsberechtigung
Antragsberechtigt sind selbständige Künstlerinnen und Künstler, die in den Bereichen Musik, darstellende oder bildende Kunst ihre künstlerische Tätigkeit schaffen, ausüben oder lehren sowie Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Die künstlerische oder schriftstellerische Tätigkeit wird erwerbsmäßig und nicht nur vorübergehend ausgeübt. Wohnsitz muss in Sachsen-Anhalt liegen. Ein Anspruch auf die Gewährung einer Förderung besteht nicht.
•         Höhe
Gewährt wird den Künstlerinnen und Künstlern ein nicht rückzahlbarer Zuschuss in Höhe von 400 Euro pro Person und Monat zunächst für einen Zeitraum von bis zu zwei Monaten.
•         Antragsstellung
Der Antrag sollte bis zum 31.05.2020 eingereicht werden. Die Bearbeitung erfolgt durch das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt in der Reihenfolge des Antragseingangs. Die Antragstellung ist entweder durch Übersendung dieses Antrages per E-Mail (ausfüllbare PDF-Datei) an kultur(at)lvwa.sachsen-anhalt.de (klicken Sie, wir haben Ihnen eine Formulierung vorbereitet) oder auf dem Postweg möglich.
Den Antrag können Sie sich https://lvwa.sachsen-anhalt.de/das-lvwa/ herunterladen, wir können Ihnen diesen auch gerne per E-Mail oder Post zusenden. 
Unterstützung von Unternehmen 
1. Stundung und Tilgungsaussetzungen
Gewährung von sofortigen zinsfreien Stundungen von Kapitaldienstzahlungen als auch von Rückforderungen aus Leistungsbescheiden und Darlehenskündigungen für 6 Monate.
2. Verzicht auf Vollstreckungsmaßnahmen 
gegenüber betroffenen Unternehmen bis zum Jahresende.

3. Verzicht auf Kündigung von Krediten

Verzicht auf Kreditkündigungen aufgrund von Problemen bei der Bedienung von Krediten für zunächst 3 Monate, verlängerbar bis zum Jahresende

4. Instrumente für den Insolvenzfall

Gewährung von Darlehen zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes innerhalb eines Insolvenzverfahrens sowie zur Vorfinanzierung von Insolvenzausfallgeld.

5. Sofortprogramm für Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmer

Das Wirtschaftsministerium in Sachsen-Anhalt erarbeitet hierfür gerade ein Programm. Hierfür möchte Sachsen-Anhalt auch neue Schulden aufnehmen.

Falls Sie Fragen haben, steht Ihnen unser Team gern telefonisch oder per Mail zur Verfügung.
Auch über unsere Homepage www.schubert-kollegen.eu halten wir Sie aktuell. 
Bleiben Sie gesund!
Ihr Schubert & Kollegen Team
de_DEGerman