Home-Office während Corona steuerlich absetzbar

Home-Office während Corona

Wer seinen Homeoffice-Arbeitsplatz am Küchentisch oder an einem Tisch im Schlafzimmer eingerichtet hat, kann Kosten für den Arbeitsplatz nicht absetzen. Anders ist es, wenn ein Zimmer, z. B. ein Wohn- oder Gästezimmer, das bislang privat genutzt wurde, während der Corona-Zeit nahezu ausschließlich beruflich als Büro genutzt wird. Ob es erforderlich ist, private Gegenstände wegzuräumen, ist derzeit offen. Denkbar ist, dass sich der Fiskus großzügig zeigen wird, weil wegen der Kontaktsperre kaum Besuch (erst recht kein Übernachtungsbesuch) kommt und bislang privat genutzte Gegenstände, etwa die Schlafcouch, ungenutzt bleiben. Das kann dazu führen, dass deren Vorhandensein vorübergehend eine untergeordnete Rolle erhalten. Wer aber auf Nummer sicher gehen will, sollte private Gegenstände, wenn möglich, aus dem Zimmer entfernen.

Übrigens

Teilen sich zwei Personen ein Arbeitszimmer zu beruflich/betrieblichen Zwecken, ist das unschädlich.

Tipp

Machen Sie Fotos von dem Raum zum Nachweis der beruflichen Nutzung.


Stellt das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten beruflichen und betrieblichen Tätigkeit dar, können sämtliche Kosten für das Arbeitszimmer abgezogen werden. Das ist beispielsweise auch dann der Fall, wenn die betroffene Person ein Mal pro Woche in den Betrieb fährt, ansonsten aber durchgängig im Homeoffice arbeitet. Problematisch ist es, wenn an zwei Tagen im Homeoffice gearbeitet wird, an den anderen drei Tagen im Betrieb, etwa, weil im Zwei-Schichten-Betrieb gearbeitet wird. Dann stellt das Arbeitszimmer nicht den Mittelpunkt der gesamten beruflichen und betrieblichen Tätigkeit dar.


Deckelung der Kosten auf 1.250 EURAnders ist es, wenn zwar nicht die gesamte berufliche und betriebliche Tätigkeit vom Arbeitszimmer aus ausgeübt wird, aber für die konkrete, z. B. berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Steht Corona-bedingt der bisher genutzte Arbeitsplatz in vollem Umfang nicht zur Verfügung, können die Kosten für das Arbeitszimmer steuerlich geltend gemacht werden.


Unklar ist, ob diese Regelung auch gilt, wenn der Arbeitsplatz zu bestimmten Zeiten nicht zur Verfügung steht, wie dies insbesondere beim sogenannten Zwei-Schichten-Betrieb (Wechselmodell) der Fall ist. Ein solcher liegt vor, wenn die Belegschaft geteilt wird und der eine Teil nicht vor Ort anwesend sein darf, wenn der andere Teil anwesend ist. So soll eine Quarantäne für die gesamte Belegschaft vermieden werden. Da bei diesem Modell zu festgelegten Zeiten ein anderer Arbeitsplatz nicht zur Verfügung steht, müssten die Kosten für die Nutzung des Arbeitszimmers anteilig abziehbar sein. Ob der Fiskus diese Betrachtung teilt, ist derzeit noch offen (Stand Mai 2020).


Allerdings sind die abziehbaren Kosten auf 1.250 EUR gedeckelt. Wer lediglich nur wenige Monate im Homeoffice arbeitet ist, kommt möglicherweise mit diesem Jahresbetrag hin; dauert das Homeoffice aber länger, dürften die Kosten für das Arbeitszimmer über 1.250 EUR steigen, so dass dann nicht alle durch das Arbeitszimmer ausgelösten Kosten abziehbar sind.

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